Freitag, 3. August 2012
Valencia - Tag
blog_a_fd, 01:46h
Heute morgen haben wir es dann endlich geschafft. Nach dem Frühstück ging es mit dem Auto nach Valencia.
Einige Kilometer hinter Vinaròs ist die Anschlussstelle zur Mittelmeerautobahn AP7, die natürlich kostenpflichtig ist - bis zu der kleinen Stadt Sagunto, etwa 25 km vor Valencia.
Kurz vor der Einfahrt in die Mautstation klingelte mein Handy. Eine Sozialarbeiterin des Diakonischen Werkes aus Essen war dran, ich hatte gestern vergeblich versucht, sie zu erreichen. Sie ist u.a. zuständig für das Übergangswohnheim in Überruhr. Vor den Ferien hatte ich sie gebeten, sich um die Probleme eines Bewohners zu kümmern - allerdings, wie ich inzwischen feststellte, vergeblich.
Mit dem Handy fuhr ich durch die Zahlstelle und hielt kurz danach an, um in Ruhe weitertelefonieren zu können.

Ein - wie sich später herausstelle marokkanischer Familienvater kam zu mir und wartete etwas nervös mein Telefongespräch ab. Er sprach nur französisch, aber immerhin verstand ich so viel, dass er eine Panne hat (sein Auto ist der blaue Peugot) und ob ich über mein Handy die Notrufnummer seiner französischen Versicherung anrufen würde, damit von dort aus der Pannendienst organisiert werden könnte.
Freundlich wie ich nun mal bin, wählte ich die Nummer, die auf seiner grünen Versicherungskarte stand und gab ihm das Handy.

Irgendwie bekam er die ganze Angelegenheit aber nicht geregelt. Inzwischen hielt ein weiterer Wagen mit nordafrikanischen Leuten an, und er gab das Handy an einen Landsmann weiter, der nun seinerseits sein Glück versuchte.
Dann nahm der Familienvater wieder das Handy und ging zu einem Mitarbeiter der Mautgesellschaft.
Aus der Ferne konnte ich sehen, dass ein weiterer Nordafrikaner, der gerade dabei war, seine Maut zu bezahlen, nun das Handy hatte und seinerseits irgendwelche Verhandlungen führte.
Er fuhr dann - telefonierend - mit seinem Auto zu uns ...

... kam aber irgendwie auch nicht weiter, so dass ich mich anbot, mein Handy wieder zu nehmen und mich einzuschalten in der Hoffnung, dass die Frau am anderen Ende der Leitung spanisch sprechen würde. Konnten wir so der Klärung ein Stück näher kommen?
Nach einigem Hin und Her - und eines weiteren Kontaktes mit dem Mitarbeiter der Mautstelle (es ging zum Schluss darum, an welchem Autobahnkilometer das Pannenfahrzeug steht - das wusste der Mitarbeiter seltsamerweise aber auch nicht) gab sich die Frau am Telefon dann endlich mit der Ortsangabe "Autobahn AP7 Richtung Valencia, Mautstelle Sagunt" zufrieden.
Ich erklärte das Ergebnis den umstehenden Nordafrikanern und für den Familienvater war das Problem damit erst einmal gelöst. Er musste nur noch auf den Pannendienst warten.
Mit einer Verspätung also in Valencia angekommen parkten wir das Auto wieder in einer Tiefgarage und gingen als erstes zum Hauptbahnhof, der Estación del Norte.
Der ursprüngliche Bahnhof wurde bereits 1852 in Betrieb genommen. Der Umbau des "neuen Bahnhofs", der von dem jungen Architekten Demetrio Ribes entworfen wurde, begann 1907 und wurde erst 1917 fertiggestellt.

Der Bahnhof Estación del Norte, ein "Sackbahnhof", ist einer der interessantesten Zivilbauten der Stadt. Sowohl das Äußere als auch die Details im Inneren sind in einem einzigartigen homogenen modernistischen Stil gestaltet, der zum Jugendstil gezählt werden kann ...

... genaugenommen zum Stil der Wiener Secession; der Bahnhof ist sehr gut und aufwändig restauriert.







Links neben der "Estación del Norte" liegt die 1860 fertiggestellte und 2010 von Grund auf sanierte Stierkampfarena, La Plaza de Toros.

Von dort gingen wir nördlich in den historischen Stadtkern mit kleinen Gassen, Plätzen, kleinen, zum Teil kuriosen Geschäften, Cafeterias und Restaurants und zahlreichen Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel dem 1922 fertiggestellen "Edificio de Correos y Telégrafos" am Rathausplatz, dem Plaza del Ayuntamiento ...

... oder dem Mercado Central ...

... dem wohl ältesten Marktgebäude Europas, mit dessen Bau 1914 begonnen, der aber erst 1926 beendet wurde.
Architektonisch kombiniert der Mercado Central Metall, die Kuppeln ...

... das Glas ...

... Säulen ...

... wie eine Erinnerung der Gothik an den Modernismus. Durch die architektonischen Elemente wirkt dieses Gebäude wie eine Kathedrale des Handels.
Nicht zufällig liegt der Mercado Central gegenüber der "Lonja de Sede", der Seidenbörse, einem der bedeutensten Gebäude der profanen Gothik in Europa, im 16. Jh. fertiggestellt.
Sie besteht aus vier Teilen: dem Turm, dem Saal Consulado del Mar, dem Orangenbaum-Innenhof und dem Säulensaal.


Nun könnten noch etliche weitere geschichtsträchtige Gebäude gezeigt werden, die wir auf unserer Stadtrundfahrt gesehen und erklärt bekommen haben.

Das Problem war nur, dass
der Buss sehr alt und sehr klapprig war, z.B. das Fenster, an dem ich saß, bei dem einige Schrauben fehlten (wirklich bei dem Fenster und nicht bei mir);
der Kasten, in dem der Kopfhörer eingesteckt wurde, einen Wackelkontakt hatte, so dass zumindest ich teilweise nichts gehört habe;
der Bussfahrer nicht besonders synchron zu den Informationen fuhr, und wenn ich dann mal hörte, wie ein Gebäude erklärt wurde, habe ich alles gesehen, nur nicht das entsprechende Gebäude.
Immerhin gibt es ...
... im ganzen historischen Stadtkern Valencias diese wunderschönen Laternen ...

... die ab 1262 an der Stelle eines alten römischen Tempels bzw. auf den Grundmauern einer alten Moschee errichteten und bis Ende des 18. Jh. immer wieder umgebauten Kathedrale.

Bemerkenswert: Im als Capilla del Santo Caliz bezeichneten Kapitelhaus aus dem 15. Jahrhundert im Südosten des Bauwerks wird der Heilige Kelch aufbewahrt, der sich dort – mit Unterbrechungen – seit dem Jahr 1506 befindet. Er wurde wahrscheinlich in der Zeitperiode von dem 3. Jahrhundert vor Christus bis zum 1. Jahrhundert vor Christus angefertigt ...

... allerdings ist spätestens seit 1989 und dem Film "Indianer Jones und der letzte Kreuzzug" definitiv geklärt, dass auch dieser wertvolle Kelch aus Valencia nicht der Heilige Gral sein kann. ;-)
Und es gibt dann noch ...
... diese Balkontüren mit Gardinen aus Krawatten ...

... dieses Kreuz, dass sowohl an die christlichen Wurzeln als auch an die Richtung der alten Stadtmauer erinnert ...

... dieses Monument aus iberischer, also vorrömischer Zeit ...

dessen nähere Hintergründe mir aber leider durch die technischen Probleme mit den Ohrhörern verborgen geblieben sind ...
... dieser typische Schinkenladen ...

...diese Taverna de la Reina ...

... einige historische Stadttore und manch andere Fotos auf meinem Laptop, die den Rahmen des heutigen Blogs vielleicht sprengen würden - falls das nicht schon geschehen ist.
Natürlich machten wir immer mal wieder eine kleine Pause, um Kaffee oder kaltes Wasser zu trinken und um auch etwas Ruhe und Erholung beim Weiterlesen in unseren Büchern zu finden.
Vor der Rückfahrt nach Vinaròs gönnten wir uns zum Schluss in einer kleinen Seitenstraße ein kleines Abendessen.
Ein solcher Tag, der mit einer Freundlichkeit begonnen hatte, konnte wohl nicht ohne Freundlichkeit enden: An der gegenüber unserem Tisch liegenden Hauswand mühten sich eine ältere und eine jüngere Frau, beide relativ klein, ein in etwa 3 m Höhe angebrachtes Schild "En Venta" (zu verkaufen) wieder abzumachen, was ihnen nicht gelang. Nachdem wir uns das eine Weile angeschaut hatten, bot ich höflich, wie ich nun mal bin, meine Hilfe an, zog einen Stuhl heran und entfernte sehr zu Freude der beiden Frauen das Schild.
Ach ja, für Phase 10 blieb heute leider keine Zeit.
Einige Kilometer hinter Vinaròs ist die Anschlussstelle zur Mittelmeerautobahn AP7, die natürlich kostenpflichtig ist - bis zu der kleinen Stadt Sagunto, etwa 25 km vor Valencia.
Kurz vor der Einfahrt in die Mautstation klingelte mein Handy. Eine Sozialarbeiterin des Diakonischen Werkes aus Essen war dran, ich hatte gestern vergeblich versucht, sie zu erreichen. Sie ist u.a. zuständig für das Übergangswohnheim in Überruhr. Vor den Ferien hatte ich sie gebeten, sich um die Probleme eines Bewohners zu kümmern - allerdings, wie ich inzwischen feststellte, vergeblich.
Mit dem Handy fuhr ich durch die Zahlstelle und hielt kurz danach an, um in Ruhe weitertelefonieren zu können.

Ein - wie sich später herausstelle marokkanischer Familienvater kam zu mir und wartete etwas nervös mein Telefongespräch ab. Er sprach nur französisch, aber immerhin verstand ich so viel, dass er eine Panne hat (sein Auto ist der blaue Peugot) und ob ich über mein Handy die Notrufnummer seiner französischen Versicherung anrufen würde, damit von dort aus der Pannendienst organisiert werden könnte.
Freundlich wie ich nun mal bin, wählte ich die Nummer, die auf seiner grünen Versicherungskarte stand und gab ihm das Handy.

Irgendwie bekam er die ganze Angelegenheit aber nicht geregelt. Inzwischen hielt ein weiterer Wagen mit nordafrikanischen Leuten an, und er gab das Handy an einen Landsmann weiter, der nun seinerseits sein Glück versuchte.
Dann nahm der Familienvater wieder das Handy und ging zu einem Mitarbeiter der Mautgesellschaft.
Aus der Ferne konnte ich sehen, dass ein weiterer Nordafrikaner, der gerade dabei war, seine Maut zu bezahlen, nun das Handy hatte und seinerseits irgendwelche Verhandlungen führte.
Er fuhr dann - telefonierend - mit seinem Auto zu uns ...

... kam aber irgendwie auch nicht weiter, so dass ich mich anbot, mein Handy wieder zu nehmen und mich einzuschalten in der Hoffnung, dass die Frau am anderen Ende der Leitung spanisch sprechen würde. Konnten wir so der Klärung ein Stück näher kommen?
Nach einigem Hin und Her - und eines weiteren Kontaktes mit dem Mitarbeiter der Mautstelle (es ging zum Schluss darum, an welchem Autobahnkilometer das Pannenfahrzeug steht - das wusste der Mitarbeiter seltsamerweise aber auch nicht) gab sich die Frau am Telefon dann endlich mit der Ortsangabe "Autobahn AP7 Richtung Valencia, Mautstelle Sagunt" zufrieden.
Ich erklärte das Ergebnis den umstehenden Nordafrikanern und für den Familienvater war das Problem damit erst einmal gelöst. Er musste nur noch auf den Pannendienst warten.
Mit einer Verspätung also in Valencia angekommen parkten wir das Auto wieder in einer Tiefgarage und gingen als erstes zum Hauptbahnhof, der Estación del Norte.
Der ursprüngliche Bahnhof wurde bereits 1852 in Betrieb genommen. Der Umbau des "neuen Bahnhofs", der von dem jungen Architekten Demetrio Ribes entworfen wurde, begann 1907 und wurde erst 1917 fertiggestellt.

Der Bahnhof Estación del Norte, ein "Sackbahnhof", ist einer der interessantesten Zivilbauten der Stadt. Sowohl das Äußere als auch die Details im Inneren sind in einem einzigartigen homogenen modernistischen Stil gestaltet, der zum Jugendstil gezählt werden kann ...

... genaugenommen zum Stil der Wiener Secession; der Bahnhof ist sehr gut und aufwändig restauriert.







Links neben der "Estación del Norte" liegt die 1860 fertiggestellte und 2010 von Grund auf sanierte Stierkampfarena, La Plaza de Toros.

Von dort gingen wir nördlich in den historischen Stadtkern mit kleinen Gassen, Plätzen, kleinen, zum Teil kuriosen Geschäften, Cafeterias und Restaurants und zahlreichen Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel dem 1922 fertiggestellen "Edificio de Correos y Telégrafos" am Rathausplatz, dem Plaza del Ayuntamiento ...

... oder dem Mercado Central ...

... dem wohl ältesten Marktgebäude Europas, mit dessen Bau 1914 begonnen, der aber erst 1926 beendet wurde.
Architektonisch kombiniert der Mercado Central Metall, die Kuppeln ...

... das Glas ...

... Säulen ...

... wie eine Erinnerung der Gothik an den Modernismus. Durch die architektonischen Elemente wirkt dieses Gebäude wie eine Kathedrale des Handels.
Nicht zufällig liegt der Mercado Central gegenüber der "Lonja de Sede", der Seidenbörse, einem der bedeutensten Gebäude der profanen Gothik in Europa, im 16. Jh. fertiggestellt.
Sie besteht aus vier Teilen: dem Turm, dem Saal Consulado del Mar, dem Orangenbaum-Innenhof und dem Säulensaal.


Nun könnten noch etliche weitere geschichtsträchtige Gebäude gezeigt werden, die wir auf unserer Stadtrundfahrt gesehen und erklärt bekommen haben.

Das Problem war nur, dass
der Buss sehr alt und sehr klapprig war, z.B. das Fenster, an dem ich saß, bei dem einige Schrauben fehlten (wirklich bei dem Fenster und nicht bei mir);
der Kasten, in dem der Kopfhörer eingesteckt wurde, einen Wackelkontakt hatte, so dass zumindest ich teilweise nichts gehört habe;
der Bussfahrer nicht besonders synchron zu den Informationen fuhr, und wenn ich dann mal hörte, wie ein Gebäude erklärt wurde, habe ich alles gesehen, nur nicht das entsprechende Gebäude.
Immerhin gibt es ...
... im ganzen historischen Stadtkern Valencias diese wunderschönen Laternen ...

... die ab 1262 an der Stelle eines alten römischen Tempels bzw. auf den Grundmauern einer alten Moschee errichteten und bis Ende des 18. Jh. immer wieder umgebauten Kathedrale.

Bemerkenswert: Im als Capilla del Santo Caliz bezeichneten Kapitelhaus aus dem 15. Jahrhundert im Südosten des Bauwerks wird der Heilige Kelch aufbewahrt, der sich dort – mit Unterbrechungen – seit dem Jahr 1506 befindet. Er wurde wahrscheinlich in der Zeitperiode von dem 3. Jahrhundert vor Christus bis zum 1. Jahrhundert vor Christus angefertigt ...

... allerdings ist spätestens seit 1989 und dem Film "Indianer Jones und der letzte Kreuzzug" definitiv geklärt, dass auch dieser wertvolle Kelch aus Valencia nicht der Heilige Gral sein kann. ;-)
Und es gibt dann noch ...
... diese Balkontüren mit Gardinen aus Krawatten ...

... dieses Kreuz, dass sowohl an die christlichen Wurzeln als auch an die Richtung der alten Stadtmauer erinnert ...

... dieses Monument aus iberischer, also vorrömischer Zeit ...

dessen nähere Hintergründe mir aber leider durch die technischen Probleme mit den Ohrhörern verborgen geblieben sind ...
... dieser typische Schinkenladen ...

...diese Taverna de la Reina ...

... einige historische Stadttore und manch andere Fotos auf meinem Laptop, die den Rahmen des heutigen Blogs vielleicht sprengen würden - falls das nicht schon geschehen ist.
Natürlich machten wir immer mal wieder eine kleine Pause, um Kaffee oder kaltes Wasser zu trinken und um auch etwas Ruhe und Erholung beim Weiterlesen in unseren Büchern zu finden.
Vor der Rückfahrt nach Vinaròs gönnten wir uns zum Schluss in einer kleinen Seitenstraße ein kleines Abendessen.
Ein solcher Tag, der mit einer Freundlichkeit begonnen hatte, konnte wohl nicht ohne Freundlichkeit enden: An der gegenüber unserem Tisch liegenden Hauswand mühten sich eine ältere und eine jüngere Frau, beide relativ klein, ein in etwa 3 m Höhe angebrachtes Schild "En Venta" (zu verkaufen) wieder abzumachen, was ihnen nicht gelang. Nachdem wir uns das eine Weile angeschaut hatten, bot ich höflich, wie ich nun mal bin, meine Hilfe an, zog einen Stuhl heran und entfernte sehr zu Freude der beiden Frauen das Schild.
Ach ja, für Phase 10 blieb heute leider keine Zeit.
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