Mittwoch, 25. Juli 2012
Man lernt nie aus ...
blog_a_fd, 02:29h
Der Tag heute begann etwas verhangen, so war es kein Problem, dass ich (FD) heute früh nach Vinaròs fuhr, um einen Quick-Test machen zu lassen, Postkarten in den Kasten des Hauptpostamtes zu werfen und Baguette und Zeitung zu holen.
Nach dem üblich ausgedehnten Frühstück (zeitlich, nicht mengenmäßig) wollten wir dann zu Ramona fahren. Ramona ist eine inzwischen sehr alte Freundin, die meine Eltern bei ihrem ersten Ferienbesuch in Vinaròs kennengelernt hatten. Es entwickelte sich zwischen meinen Eltern, Ramona und ihrem Sohn Pedro eine sehr intensive Beziehung, die Angelika und ich dann fortsetzten, als meine Eltern nicht mehr nach Spanien fuhren.
Jedes Jahr besuchten wir sie, vor vier Jahren mussten wir dann erfahren, dass Pedro (er war inzwischen verheiratet, hatte 2 Kinder, war lokaler Polizist in Alcanar und betrieb in den Sommermonaten ein kleines Hostal) überraschend gestorben war.
Als wir sie heute nicht antrafen, machten wir uns doch einige Sorgen. In den nächsten Tagen werden wir es noch weiter versuchen und - falls erfolglos - dann ihre Schwiegertochter fragen.
Da wir schon mal unterwegs waren, machten wir noch ein paar Besorgungen, fuhren zurück zum Campingplatz, um eine Kleinigkeit zu essen und um eine Siesta zu halten.
Inzwischen war es sehr windig geworden, der Strand lockte überhaupt nicht. Also packten wir die Fahrräder hinten aufs Auto und fuhren in den nördlichen Nachbarort San Carlos bzw., wie es in Catalan heißt, San Carles.
Den Wagen parkten wir in einer schattigen Seitenstraße und fuhren mit den Rädern los. Als wir uns dem Ortskern näherten, bemerkten wir Absperrungen; wie wir später erfuhren, ist in dieser Woche das Fest des Ortsheiligen Sant Jaume, und so kamen wir auch schon - in diesem Fall allerdings zu spät - zu einem - wir würden sagen - Seifenkistenrennen. Hier heißen die Dinger aber "autos lockos", also verrückte Autos.

Wir fuhren weiter, es geht da etwas bergab zum Hafen ...

... und standen plötzlich vor dem offenen Tor des Freihafens - mit allerlei Verbotsschildern wie: Keine Durchfahrt, kein Durchgang, Fischen verboten usw.
Da das Tor aber offen und in dem Zollhäuschen niemand zu sehen war, obwohl ein Auto der Guardia Civil daneben stand, fuhr ich erst mal weiter. Angelika blieb lieber vor dem Tor stehen, machte sich dann aber doch tapfer und vorsichtig auf den Weg.

Es war natürlich keine Frage, dass wir am Ende der Mole Angler sahen, die seelenruhig für das Abendbrot fischten.

Zurück ging es über den Yachthafen - auch hier war Zutritt verboten, da wollten wir aber auch nicht rein, vorbei an alten Fischerkammern ...

... zum Fischereihafen. Je näher wir den Gebäuden kamen, um so lauter wurden Rufe und Schreie. Zunächst dachten wir, dass dort die Versteigerung der angelandeten Fische stattfand. Wir trafen aber auf eine Ansammlung von Männern in braunen T-Shirts, die sich in kleinen Gruppen gegenüberstanden, und wild Zahlen riefen und sich jeweils eine Hand mit einer unterschiedlichen Anzahl von gestreckten Fingern entgegenschleuderten.

Wie sich rausstellte, wurde hier - im Rahmen des Festes - der Wettbewerb eines hier üblichen Männerspieles ausgetragen. Das ist sowas wie "Schnick - Schnack - Schnuck", nur, das jeweils einer der Männer, sobald die Hände mit den Fingern nach vorne schnellen, eine Zahl schreit - z.B. 10. Dann wird gezählt, wieviel Finger insgesamt gestreckt sind.
Sind es 10, hat der, der die Zahl gerufen hat, gewonnen, stimmt es nicht, hat er halt verloren.
Damit kann man tatsächlich einen Wettbewerb machen.
Von dort aus ging es wieder zurück in die "City", vorbei u.a. an einer einladenden Cervecería ...

... an der wir aber nicht anhielten, da wir ja das Auto noch dabei hatten.
Auf einem der vielen kleinen Plätze gönnten wir uns schließlich eine Erfrischung - natürlich im "El Gato Negro" ...

... dem wohl abgefahrensten Laden an dem Platz. Das Foto habe ich auch nur heimlich gemacht, ich wollte nicht diskutieren mit Männern mit Nasenringen und Frauen mit zahnlosem Unterkiefer - und sie schon gar nicht fotografieren.
Allerdings hatten wir von dort aus eine gute Sicht auf einen Kirchenvorplatz, wo eine große Bühne aufgebaut war, auf der eine Band sich für ein Konzert rüstete, dass allerdings erst um 22:30 Uhr starten sollte.

Wir genossen noch ein wenig das Ambiente ...

... und da es dann schon doch ziemlich spät war, machten wir uns auf den Weg zurück zum Camingplatz.
Was zu kochen, dazu hatten wir keine Lust mehr, also stellten wir den Bus ab, holten die Räder runter und radelten diesmal zum "El Rincón de Pedro" ...

... dem kleinen Lokal direkt um die Ecke von der Barbiguera.
Es gab eine reichhaltige spanische Speisekarte.
Angelika bestellte sich ein "bistec con patatas fritas con huevos", sie dachte, so was wie eine Frikadelle mit Pommes und Eiern.
Mein Blick fiel auf ein Gericht mit Namen "Gulas con huevos rotos" - auf der deutschen Seite der Karte stand: "Gulasch mit kaputten Eiern". Da wir ja schon in der Barbiguera eine durchaus ansprechende Currywurst bekommen hatten, hat mich nicht gewundert, dass es also auch Gulasch gibt. Allerdings hat mich weniger das Gulasch interessiert als die Frage, was sind "kaputte Eier" bzw. "huevos rotos".
Angelika bekam eine Platte mit Pommes und zwei Spiegeleiern mit soetwas wie einem Rindfleischschnitzel: dünn, fettig und unparniert.
Die Pommes und die Eier haben ihr sehr gut geschmeckt, zu dem Fleisch konnte sie wenig sagen, weil sie mir das auf den Teller schob.
Mein Gericht machte mich doch etwas ratlos ...

... kaputte Eier waren also in diesem Fall auch Spiegeleier und Gulas / Gulasch waren - Nudeln????
Für Nudeln, die längsseitig hell und dunkel waren, schmeckten sie allerdings relativ fischig.
Ich zog es dann doch vor,
1. den Kellner zu fragen und
2. mit dem Handy im Internet nach Gulas zu suchen.
Das Ergebnis:
1. Der Kellner sagte, dass es kleine Fische seien (obwohl ich dort weder Kopf noch Flossen noch Schwanz entdecken konnte).
2. Das Internet klärte immerhin insofern auf, dass es sich um sowas wie kleine Aale handeln müsse, gewissermaßen gerade "flügge" geworden.
Wo es allerdings an Spaniens Küste gerade geschlüpftge Aale gibt, muss ich noch rausbekommen.
Bis auf die heutige ungewollte Ausnahme müssen sich die Populationen der verschiedenen Aale vor mir nicht mehr sorgen ....
Man lernt eben nie aus.
Nach dem üblich ausgedehnten Frühstück (zeitlich, nicht mengenmäßig) wollten wir dann zu Ramona fahren. Ramona ist eine inzwischen sehr alte Freundin, die meine Eltern bei ihrem ersten Ferienbesuch in Vinaròs kennengelernt hatten. Es entwickelte sich zwischen meinen Eltern, Ramona und ihrem Sohn Pedro eine sehr intensive Beziehung, die Angelika und ich dann fortsetzten, als meine Eltern nicht mehr nach Spanien fuhren.
Jedes Jahr besuchten wir sie, vor vier Jahren mussten wir dann erfahren, dass Pedro (er war inzwischen verheiratet, hatte 2 Kinder, war lokaler Polizist in Alcanar und betrieb in den Sommermonaten ein kleines Hostal) überraschend gestorben war.
Als wir sie heute nicht antrafen, machten wir uns doch einige Sorgen. In den nächsten Tagen werden wir es noch weiter versuchen und - falls erfolglos - dann ihre Schwiegertochter fragen.
Da wir schon mal unterwegs waren, machten wir noch ein paar Besorgungen, fuhren zurück zum Campingplatz, um eine Kleinigkeit zu essen und um eine Siesta zu halten.
Inzwischen war es sehr windig geworden, der Strand lockte überhaupt nicht. Also packten wir die Fahrräder hinten aufs Auto und fuhren in den nördlichen Nachbarort San Carlos bzw., wie es in Catalan heißt, San Carles.
Den Wagen parkten wir in einer schattigen Seitenstraße und fuhren mit den Rädern los. Als wir uns dem Ortskern näherten, bemerkten wir Absperrungen; wie wir später erfuhren, ist in dieser Woche das Fest des Ortsheiligen Sant Jaume, und so kamen wir auch schon - in diesem Fall allerdings zu spät - zu einem - wir würden sagen - Seifenkistenrennen. Hier heißen die Dinger aber "autos lockos", also verrückte Autos.

Wir fuhren weiter, es geht da etwas bergab zum Hafen ...

... und standen plötzlich vor dem offenen Tor des Freihafens - mit allerlei Verbotsschildern wie: Keine Durchfahrt, kein Durchgang, Fischen verboten usw.
Da das Tor aber offen und in dem Zollhäuschen niemand zu sehen war, obwohl ein Auto der Guardia Civil daneben stand, fuhr ich erst mal weiter. Angelika blieb lieber vor dem Tor stehen, machte sich dann aber doch tapfer und vorsichtig auf den Weg.

Es war natürlich keine Frage, dass wir am Ende der Mole Angler sahen, die seelenruhig für das Abendbrot fischten.

Zurück ging es über den Yachthafen - auch hier war Zutritt verboten, da wollten wir aber auch nicht rein, vorbei an alten Fischerkammern ...

... zum Fischereihafen. Je näher wir den Gebäuden kamen, um so lauter wurden Rufe und Schreie. Zunächst dachten wir, dass dort die Versteigerung der angelandeten Fische stattfand. Wir trafen aber auf eine Ansammlung von Männern in braunen T-Shirts, die sich in kleinen Gruppen gegenüberstanden, und wild Zahlen riefen und sich jeweils eine Hand mit einer unterschiedlichen Anzahl von gestreckten Fingern entgegenschleuderten.

Wie sich rausstellte, wurde hier - im Rahmen des Festes - der Wettbewerb eines hier üblichen Männerspieles ausgetragen. Das ist sowas wie "Schnick - Schnack - Schnuck", nur, das jeweils einer der Männer, sobald die Hände mit den Fingern nach vorne schnellen, eine Zahl schreit - z.B. 10. Dann wird gezählt, wieviel Finger insgesamt gestreckt sind.
Sind es 10, hat der, der die Zahl gerufen hat, gewonnen, stimmt es nicht, hat er halt verloren.
Damit kann man tatsächlich einen Wettbewerb machen.
Von dort aus ging es wieder zurück in die "City", vorbei u.a. an einer einladenden Cervecería ...

... an der wir aber nicht anhielten, da wir ja das Auto noch dabei hatten.
Auf einem der vielen kleinen Plätze gönnten wir uns schließlich eine Erfrischung - natürlich im "El Gato Negro" ...

... dem wohl abgefahrensten Laden an dem Platz. Das Foto habe ich auch nur heimlich gemacht, ich wollte nicht diskutieren mit Männern mit Nasenringen und Frauen mit zahnlosem Unterkiefer - und sie schon gar nicht fotografieren.
Allerdings hatten wir von dort aus eine gute Sicht auf einen Kirchenvorplatz, wo eine große Bühne aufgebaut war, auf der eine Band sich für ein Konzert rüstete, dass allerdings erst um 22:30 Uhr starten sollte.

Wir genossen noch ein wenig das Ambiente ...

... und da es dann schon doch ziemlich spät war, machten wir uns auf den Weg zurück zum Camingplatz.
Was zu kochen, dazu hatten wir keine Lust mehr, also stellten wir den Bus ab, holten die Räder runter und radelten diesmal zum "El Rincón de Pedro" ...

... dem kleinen Lokal direkt um die Ecke von der Barbiguera.
Es gab eine reichhaltige spanische Speisekarte.
Angelika bestellte sich ein "bistec con patatas fritas con huevos", sie dachte, so was wie eine Frikadelle mit Pommes und Eiern.
Mein Blick fiel auf ein Gericht mit Namen "Gulas con huevos rotos" - auf der deutschen Seite der Karte stand: "Gulasch mit kaputten Eiern". Da wir ja schon in der Barbiguera eine durchaus ansprechende Currywurst bekommen hatten, hat mich nicht gewundert, dass es also auch Gulasch gibt. Allerdings hat mich weniger das Gulasch interessiert als die Frage, was sind "kaputte Eier" bzw. "huevos rotos".
Angelika bekam eine Platte mit Pommes und zwei Spiegeleiern mit soetwas wie einem Rindfleischschnitzel: dünn, fettig und unparniert.
Die Pommes und die Eier haben ihr sehr gut geschmeckt, zu dem Fleisch konnte sie wenig sagen, weil sie mir das auf den Teller schob.
Mein Gericht machte mich doch etwas ratlos ...

... kaputte Eier waren also in diesem Fall auch Spiegeleier und Gulas / Gulasch waren - Nudeln????
Für Nudeln, die längsseitig hell und dunkel waren, schmeckten sie allerdings relativ fischig.
Ich zog es dann doch vor,
1. den Kellner zu fragen und
2. mit dem Handy im Internet nach Gulas zu suchen.
Das Ergebnis:
1. Der Kellner sagte, dass es kleine Fische seien (obwohl ich dort weder Kopf noch Flossen noch Schwanz entdecken konnte).
2. Das Internet klärte immerhin insofern auf, dass es sich um sowas wie kleine Aale handeln müsse, gewissermaßen gerade "flügge" geworden.
Wo es allerdings an Spaniens Küste gerade geschlüpftge Aale gibt, muss ich noch rausbekommen.
Bis auf die heutige ungewollte Ausnahme müssen sich die Populationen der verschiedenen Aale vor mir nicht mehr sorgen ....
Man lernt eben nie aus.
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